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Pause im Oktober
Auf Tour mit Superfast

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Griechenland-Tour 2007  

Eine Reise zwischen Kultur, Küsten und Pass-Straßen.  

Griechenland bietet weit mehr als Ouzo, Gyros und traumhafte Strände. Vielmehr bietet das Land für jeden Biker eine abwechslungsreiche Mischung aus Pässen mit bis zu 2000 Metern Höhe, malerischen Ortsdurchfahrten und wunderbaren Küstenstraßen.

  Die Organisation und den Routenvorschlag haben wir von Superfast Ferries bekommen, die sich den Rat der Motorradprofis von Go Explore aus Griechenland eingeholt haben. Was bleibt also zu tun: zwei Pressebikes von Harley organisieren, die uns mit einer brandneuen Buell XB9 und einer 2008er Softail überraschten. Schnell eine Landkarte kaufen und ab in den Autoreisezug von Neu-Isenburg nach Verona, wir sind ja schließlich Reiseprofis. Die Abfertigung beim DB Autozug ging sowohl beim Be- als auch beim Entladen schnell und professionell von statten, so dass wir gut ausgeschlafen in Italien ankamen, um die knapp 400 Kilometer zum Superfast-Terminal in Ancona unter die Räder zu nehmen. Der Check-in zu den Superfast-Fähren ist nahe des Stadtzentrums gelegen und gut ausgeschildert. Nach dem Check-in konnten wir die Bikes an Bord bringen, die dort vom Personal verzurrt wurden, während wir schon unsere Kabine bezogen. Die Überfahrt auf dem Mittelmeer glich mit Außenpool, Bar und Bord-Entertainment schon einer kleinen Kreuzfahrt. Wenn das Schiff erst um 10.00 Uhr anlegt, kann man ja auch gut etwas länger feiern dachten wir, doch wer den Plan liest, ist klar im Vorteil. Unseren Anlegehafen in Igoumenitsa erreichten wir bereits gegen 5 Uhr morgens, denn 10 Uhr ist die Anlegezeit in Patras. Egal, etwas unausgeschlafen standen wir nun im Hafen, wo das neue Terminal glücklicherweise 24 Stunden geöffnet hat und es auch um diese Zeit schon Kaffee gibt.

Unsere ersten Kilometer in Griechenland fuhren wir also bei totaler Dunkelheit und... 5° Celsius, was wir nun gar nicht eingeplant hatten, denn in den Bergen wird es nachts im Oktober schon ziemlich kalt. Bei aufgehender Sonne jedoch wurde es zunehmend wärmer, die Hände ließen sich langsam wieder bewegen und der erste Berg war bezwungen. In Ionina angekommen wurde uns erst bewusst, dass es zwar Mitte Oktober war, wir aber unsere Sommerklamotten zu Recht eingepackt hatten. Für zwei Tage sollte die kleine Stadt, in der das Silberkunst-Handwerk groß geschrieben wird, unser Ausgangsort für kleinere Touren werden. Zwischen den Mahlzeiten in den vielen kleinen Tavernen fuhren wir zu der Kipi Brücke, dem Theater in Dodona, welches eines der größten in Griechenland ist und machten eine Tour um den See von Ionina, bevor es dann abends wieder in die Altstadt zu Shopping und Essen ging. Der nächste Trip, bei dem uns der Guide von Go Explore begleitete, führte ebenfalls wieder über Gebirgspässe und enge aber gut ausgebaute Straßen. Auf dem Weg nach Kalabaka, wo die Meteora Felsen mit den Klöstern stehen, machten wir einen Abstecher nach Metsovo, einem Dorf, wie es ursprünglicher und “griechischer” kaum sein könnte. Am Rande der wirklich beeindruckenden Meteora Felsen übernachteten wir mit einem wunderbaren Ausblick und, wie sollte es anders sein, einem reichhaltigen griechischen Abendessen. Nun könnte es sich fast anhören, als wenn dies eine reine Futtertour ist, doch die griechische Küche ist so reichhaltig und abwechslungsreich, dass man sehr schnell die Gewohnheiten der Einheimischen annimmt und in mehren Gängen mit viel Zeit und Rotwein isst. Genügend Möglichkeiten, dies wieder abzutrainieren, bieten die Straßen allemal, denn wenn man die Tour passend wählt, gibt es keine 100 Kilometer, ohne über einen Berg zu fahren. Am Morgen, am besten vor dem Frühstück zum Sonnenaufgang, erreicht man nach ca. 10 Kilometern die Aussichtsplattformen der Meteora Felsen, von denen aus man die Felsen und die Klöster im Panorama sehen kann. Weiter ging die Tour nach Litohoro, zum Berg des Olymp. Die Tour ist eher eine Verbindungsetappe, hat aber auch ihren Reiz, da man durch viele Kleinstädte fährt, in denen sich das “normale” griechische Leben wiederspiegelt. Zudem ein Mekka für Fans von Auto-Youngtimern. Bei uns längst vom Straßenbild verschwundene Autos vom Schlage eines Escort RS, Kadett C Coupe oder Golf 1 rosten entweder bei diversen Händlern still vor sich hin, oder fahren mit offenen Vergasern und Gruppe A Auspuffanlagen in gut restauriertem Zustand über die Bergstraßen. Auf dem Trip kann man einen Stop am Strand einlegen, an dem man mit dem Bike direkt an der Taverne parken kann, wenn man in Leptokarina auf den Rastplatz fährt und dem Weg zum Strand folgt. Unser Tagesziel am Rande des Olympus Mountain, Litohoro, bietet einige Shoppingmöglichkeiten und viele kleine Hotels im Dorfzentrum. Etwas außerhalb, mit Streckenpassagen von über 12 % Steigung, etwas Schotter und vielen Schlaglöchern erreicht man als Alternative das Hotel Ktima-Faki, welches als Geheimtipp unter den etwas wohlhabenderen Griechen gilt.

Voller Vorfreude auf den Tag starteten wir in Litohoro, um den Olympus Mountain zu bezwingen. Ca. 35 Kilometer sollte es über Asphaltstraßen bergauf gehen, bis der Belag kurz vor Erreichen des Gipfels zu fest gefahrenem Schotter wechselt. Die Götter müssen Biker gewesen sein, denn die Tour auf den Berg der Götter macht wirklich richtig Freude. Wenig Verkehr und wechselnde Kurvenradien sind sowohl zum Cruisen als auch zum sportlichen Bezwingen des Gottesberges der ideale Spielplatz für jeden Biker. Nach der Bergabfahrt ging es an der Küste entlang, vorbei an der Hafenstadt Volos, über unzählige Kurven und durch kleine Bergdörfer nach Makrinitsa, welches mitten in den Bergen liegt. Vom Hotel Archintika Karamali, in dem wir übernachteten, hat man eine wunderbare Sicht auf Volos und den Hafen der Stadt. Wenn ab 18.00 Uhr die unzähligen Reisebusse aus dem Dorf verschwunden sind, gibt es sowohl in der kleinen Fußgängerstraße mit seinen Shops als auch in den Tavernen und Bars genügend Platz, um sich wieder einmal die griechische Küche schmecken zu lassen.

Einen Teil des Weges vom Vortag mussten wir nun in entgegengesetzter Richtung befahren und hatten auf dem Weg nach Arochora vorerst ca. 80 Kilometer Autobahn zu bezwingen, bevor es dann wieder in die Berge des Parnassus National Park ging. Spätestens hier wurde uns klar, dass der Tipp von Go Explore, eine gute griechische Landkarte einzupacken, Gold wert war. In den Bergen, die ein beliebtes Skigebiet sind (!), fuhren wir über eine Strecke, die abwechslungsreicher kaum sein könnte. Vom zweiten bis zum sechsten Gang wurden alle Getriebewellen benutzt und die Trittbretter der Harley schlugen mehrfach Funken, denn die Buell war hier in ihrem Element und wir konnten das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht bekommen. Die Straßenschilder sind dort oben nur noch in griechischer Schrift, so dass man ohne eine gute Karte ziemlich aufgeschmissen wäre. Unser Etappenziel in Arochora erreichten wir am späten Nachmittag, so dass auch dort noch genügend Zeit war, sich die Altstadt anzuschauen. Historisch sollte es am nächsten Morgen weitergehen, denn Delphi liegt nur einen Katzensprung von Arochora entfernt. Auf unserem Weg in Richtung Nafpaktos sahen wir schon eine Vielzahl an Reisebussen an der Straße stehen, was uns ganz klar zeigte, dass wir hier richtig sind. Die Ausgrabungen in Delphi, welches in der Griechischen Antike als der Mittelpunkt der Erde galt, ist auch für “Kulturbanausen” ein echtes Erlebnis und zeugt von der hohen Baukunst der Antike. Nach so viel Kultur brauchten wir wieder handfesten Asphalt unter den Rädern und so machten wir an der Küstenstraße einen Abstecher nach Galaxidi, um - wie konnte es anders sein - am Hafen einen kleinen Snack zu nehmen. Die weitere Tour nach Nafpaktos war gesäumt von tollen Aussichten auf Meer und Inseln an der Küste. In Nafpaktos ist die gesamte Strandstraße mit Hotels gesäumt und zu der Jahreszeit recht ruhig. Unser Hotel, das NAFS, war eine gute Wahl, direkt am Meer gelegen und komplett neu renoviert. Zu späterer Stunde erwacht das Leben in den kleinen Straßen des Küstenortes und in jeder Bar und den Tavernen herrscht ausgelassenes Treiben. Nicht weit entfernt steht ein beeindruckendes Bauwerk der Neuzeit. Die Brücke, die das Festland mit den Pelepones verbindet, gilt als größte freischwebende Brücke der Welt. Für einen Euro Maut kann man mit dem Bike in Richtung der Urlaubsorte rund um Patras fahren. Jedem, der dort nicht weiter ins Landesinnere fahren möchte, kann man von einem “kurzen Abstecher” nach Patras nur abraten. Sicherlich gibt es dort tolle historische Gebäude und auch eine Shoppingstraße, doch der Verkehr ist ziemlich chaotisch und zähflüssig. Wir fuhren, nachdem wir es uns angetan hatten, zurück über die Brücke, die Küste entland nach Mesologi, einem Dorf, in dem sich die Einwohner verschanzt hatten, als damals die Türken angriffen. Viele Denkmäler zeugen von der Geschichte dieses Dorfes, dessen Besonderheit ein ca. 3 Kilometer langer Damm auf eine vorgelagerte Insel ist, die lediglich von einigen Fischerhütten und natürlich Tavernen besiedelt ist. Die nächste Tagestour nach Lefkada, eine ebenfalls über einen Damm und eine Brücke erreichbare Insel, ist die wohl abwechslungsreichste der gesamten Tour und es würde Seiten füllen diese, Eindrücke zu schildern. Von Bergstraßen mit Ziegen, Kühen und Steinbrocken auf der Straße, über lang gezogene Kurvenstrecken mit brandneuem Straßenbelag bis hin zu Ortsdurchfahrten, bei denen man sich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlt, boten die 140 Kilometer alles. Über mehrere Dutzend Kilometer war es ähnlich wie auf dem US Highway Nr. 1, mit Bergen auf der einen und Steilküste auf der anderen Seite der Straße, nur ohne Radarfallen und Verbotsschilder. Die Anfahrt auf die Insel ist ebenfalls traumhaft schön und gerade zum Sonnenuntergang zu empfehlen. Wir schlugen unser Quartier direkt in der Lefkada, im Hotel Ionoion Star auf, welches eines von vielen der Ferieninsel ist. Selbst im Oktober ist es hier möglich, im blauen Meer zu schwimmen, beim Schnorcheln die bunte Unterwasserwelt zu genießen, oder sich in den Bars am Marktplatz oder am Hafen zu entspannen. Eine Inseltour mit dem Bike, zu den, wie die Einheimischen sagen, schönsten Stränden Griechenlands, ist ebenso Pflichtprogramm wie ein Abend am Marktplatz, wo das Leben bis spät in die Nacht tobt. Etwas wehmütig verließen wir nach drei Tagen die Insel, um unseren letzten Trip in Griechenland anzutreten. Der Weg von Lefkada nach Igoumenitsa machte den Abschied nicht unbedingt leichter, denn auch hier erwartete uns vor und nach dem Unterwassertunnel von Preveza ein Fahrerlebnis mit angenehmen Temperaturen und vor allem Autofahrern, die Motorradfahrern gegenüber extrem freundlich gestimmt sind. In Igoumenitsa, eine alten Fischerstadt, ist inzwischen alles auf den regen Fährbetrieb abgestimmt und somit säumen die Hafenstraße Cafés, Tavernen und Reisebüros, soweit das Auge blickt.

Das Einchecken am Superfast Terminal verlief wieder problemlos und die Überfahrt war trotz rauer See entspannt, denn auf den großen Fähren bekommt man von dem Wetter kaum etwas mit. In Italien nahmen wir die letzten Kilometer auf der Autobahn unter die Räder und vermissten jetzt schon die herrlichen Kurven der vergangenen Tage. Am DB Autozug in Ancona trafen wir auf etliche Biker, die den herrlichen Herbst nutzten, um nach der Hauptsaison auf dem Festland oder den griechischen Inseln mit dem Bike unterwegs zu sein und dem deutschen Herbstwetter zu entfliehen. Als wir gut ausgeschlafen am Morgen aus dem Reisezug ausstiegen war uns klar, dass es die richtige Entscheidung war, nicht auf Achse von Italien nach Deutschland zu fahren. Zum einen macht Autobahnfahren nicht wirklich Spaß und vor allen macht Autobahnfahren bei 5°C und Sprühregen überhaupt keinen Spaß.

 

Kontakt:

www.Superfast.com/bike

www.Harley-Davidson.de

www.db-autozug.de

www.buell.de

 

Frank Sander  | Frankthunder1@aol.com
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